Wir haben ein Zimmer im Ambassadors Bloomsbury. Das Hotel ist exzellent gelegen. Wenn man beispielsweise mit dem Eurostar am Bahnhof London St. Pancras ankommt, hat man neun Minuten zu Fuss, sagte das Navi meines iPhone, bis zum Hotel, was doch sehr praktisch ist. Zumal es gefühlt nur acht waren.Die U-Bahnsation "Eusten" ist etwa vier Minuten weg und wenn man zu Fuss zum Piccadilly Circus geht, ist das unterhaltsame halbe Stunde. Das Hotel ist im Programm von Railtour.
Das Hotel ist also beliebt und ist deshalb derzeit völlig ausgebucht. Diesem Umstand ist es zuzuschreiben, dass wir das ungewöhnlichste Zimmer unserer Reise haben. Zuerst waren wir sehr erstaunt über die Raumaufteilung. Während der Schlafbereich relativ klein ist - am Fussende des Doppelbetts hat es kaum noch Platz, ist das Badezimmer praktisch gleich gross.Im Duschbereich und bei der Toillette hat es massive Stangen und das Lavabo reicht mir knapp über die Knie. Dafür ist der Schreibtisch höher als normal. Man hatte uns eines der fünf Zimmer für Behinderte zugewiesen.
Natürlich ist es ärgerlich, wenn man sich für das Zähneputzen und Händewaschen derart bücken muss. Und klar hätte man mehr Platz ums Bett herum. Bis einem wirklich bewusst wird, dass man in einem Zimmer nächtigt, das für Reisende eingerichtet ist, die andere Bedürfnisse befriedigt haben müssen.
Wenn man diese massiven Stangen sieht und sich vorstellt, welche Mühen jemand beispielsweise in einem Rollstuhl auf sich nehmen muss, bis er so alltägliche Dinge tun kann, wie sich auf eineToillettenschüssel zu setzen (höher montiert als "normal") oder zu duschen, dann ist ja das bisschen Bücken geradezu eine lächerliche Mühe.
Es ist eine nicht alltägliche Erfahrung, die Nacht in einem Zimmer fürBehinderte zu verbringen. Wobei der Ausdruck " behindert" mich etwas stört, ohne jetzt eine Political Correctness-Debatte zu führen. Es ist die Umgebung, die behindert.
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